Frauen gehen stiften
Bundesverband Deutscher Stiftungen registriert Stiftungsboom dank weiblicher Beteiligung
Bemerkenswerte Zahlen: Seit den vergangenen 16 Jahren sind bei deutlich mehr als der Hälfte aller Stiftungsgründungen Frauen beteiligt. 27 Prozent aller Stiftungen wurden ohne männliche Beteiligung ins Leben gerufen.
Erneut etablieren sich Frauen in einer Männerdomäne: Der Bundesverband Deutscher Stiftungen registriert einen Stiftungsboom - und es sind die Frauen die dabei für neuen Schwung sorgen. Ende Januar präsentierte der Bundesverband die Daten und Trends des Stiftungsjahres 2006 und vermeldet ein Rekordjahr: 2006 wurden 899 rechtsfähige Stiftungen bürgerlichen Rechts neu errichtet. Im Vorjahr waren es 880. Damit hat sich die Zahl der jährlichen Neugründungen innerhalb einer Dekade verdoppelt. In den vergangenen zehn Jahren wurden etwa 7.200 Stiftungen errichtet. Das ist die Hälfte aller bestehenden Stiftungen bürgerlichen Rechts. Insgesamt existieren derzeit 14.401 Stiftungen dieser Rechtsform in Deutschland.
„Ohne das verstärkte stifterische Engagement von Frauen gäbe es den heutigen
Stiftungsboom nicht“, sagt Dr. Hans Fleisch, Generalsekretär des Bundesverbandes Deutscher Stiftungen. Seit den vergangenen 16 Jahren sind bei deutlich mehr als der Hälfte aller Stiftungsgründungen Frauen beteiligt, 27 Prozent der Stiftungen wurden dabei ohne männliche Beteiligung gegründet. Vor 1991 wurde die große Mehrzahl der Stiftungen allein von Männern gegründet. „Das Ergebnis ist umso bemerkenswerter, da eine größere Zahl von Stiftern und Stifterinnen weitere Verbesserungen der Rahmenbedingungen für
Stiftungsneugründungen abwartet“, so der Vorstandsvorsitzende des
Bundesverbandes Deutscher Stiftungen Dr. Fritz Brickwedde. Bei der Mehrzahl
der Neugründungen orientiert sich das Gründungsvermögen an den bisherigen
engen steuerlichen Grenzen. Viele Stiftungen sind mit einem zu geringen
Kapitalstock ausgestattet, um eigenständige Förderarbeit leisten zu können.
Wie bereits 2005 lag Nordrhein-Westfalen mit 216 neuen Stiftungen an der Spitze, gefolgt von Bayern (153) und Baden-Württemberg (145). Am wenigsten Stiftungen wurden in Sachsen-Anhalt (5), Mecklenburg-Vorpommern und Thüringen (jeweils 4) errichtet. Sachsen nimmt mit 26 Stiftungsneugründungen den ersten Rang innerhalb der ostdeutschen Bundesländer ein. Insgesamt fallen die neuen Länder (ohne Berlin) in der Zahl der Neugründungen zurück. Mit 47 neuen Stiftungen wurden rund 20 Prozent weniger Stiftungen errichtet als im letzten Jahr. In den westdeutschen Bundesländern (mit Berlin) hingegen stieg die Zahl der Neuerrichtungen um 4 Prozent auf 852 Stiftungen.
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Erstellt am: 20.02.2007



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