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Mit viel Einsatz IT-Olymp erklommen

 

Sissi Closs, Geschäftsführerin der Comet-Firmengruppe und Professorin für Informations- und Medientechnik

 

Wie motivieren Sie Frauen und Mädchen, sich in der IT-Branche umzutun und dort ihre berufliche Zukunft zu planen?
Sissi Closs: Wir versuchen, Schülerinnen so früh wie möglich zu zeigen, wie facettenreich und interessant der IT-Bereich ist. Am Girls’ Day - Mädchenzukunftstag - hospitieren regelmäßig Schülerinnen bei uns. Wir zeigen ihnen zunächst relativ einfache technische Dinge wie die Einrichtung einer Datenbank oder einfache Grafikprogramme, mit denen sie selbst arbeiten können. Danach steigen die Anfragen für ein Praktikum bei uns immer an. Ich selbst bin auch gerne Mentorin, um jüngere Kolleginnen bei ihrem weiteren beruflichen Werdegang zu unterstützen.

Wie sehen die Zukunftschancen für Frauen und Mädchen in der IT aus?
Sissi Closs:
Generell ist der IT-Bereich unterbesetzt, was Frauen angeht. Sie sind dort aber ausdrücklich erwünscht und sehr willkommen. Es gibt hier viele wunderbare Chancen, Karriere zu machen, wenn man etwas bewegen und steuern will und nicht nur ausführend arbeiten möchte. Die Hürden sind hier nicht so hoch wie in klassischen Bereichen. Eher als woanders kann man flexibel Familie und Karriere unter einen Hut bringen.

Hatten Sie Angst vor Vorurteilen, als Sie mit dem Informatik-Studium angefangen haben?
Sissi Closs:
Ich wollte damals Informatik studieren, weil ich einfach neugierig war. Es war ein ganz neues Fach und klang vielversprechend. Damit war ich Anfang der siebziger Jahre eine der ersten Frauen, die diesen Studiengang an der Universität Saarbrücken belegt hatten. Meine damalige Schulleiterin fand allerdings, dass Informatik ganz und gar nichts für Mädchen sei.

Bei Comet können auch Mitarbeiterinnen in Teilzeit Führungspositionen erklimmen. Kann das überhaupt gut gehen?
Sissi Closs:
Mit Verantwortungsbewusstsein, gutem Zeitmanagement und Kommunikationsbereitschaft ist es durchaus möglich eine Führungsposition in Teilzeit auszufüllen. Auch die physische Präsenz ist Dank der modernen Kommunikationmedien nicht zwingend erforderlich. Wichtig ist das Engagement und die Begeisterung für eine Aufgabe, die dann in enger Abstimmung mit dem Team zu einem guten Ende gebracht wird. Bei Comet haben wir extra eine eigene Kommunikationszentrale eingerichtet, die immer informiert ist, wer für welche Projekte zuständig ist und als Ansprechpartner zur Verfügung steht.

Wie sieht für Sie die ideale Mitarbeiterin aus? Und wie motivieren Sie Ihre Belegschaft?
Sissi Closs:
Es sollte gelingen, dass jeder seine Arbeit mit Begeisterung macht, dann ergeben sich viele Probleme gar nicht erst. Wenn jemand seinen Job nur halbherzig macht und unzufrieden ist, verliert sie oder er zuviel Kraft. Heute müssen wir extrem flexibel und schnell auf aktuelle Situationen reagieren. Da sind wir umso mehr auf ein gutes Miteinander angewiesen. Wenn da jemand nicht mitmacht, blockiert das ein ganzes Team. Die Bereitschaft offen zu sein, und Aufgaben effektiv zu erledigen, macht einen guten Mitarbeiter aus. Es gibt Personen, die das von Haus aus mitbringen, andere sind beschwerter, und wir überlegen dann gemeinsam, was wir ändern können.

Was bedeutet für Sie die harmonische Verbindung von Familie und Arbeit? Was ist das Besondere an Ihrem Arbeitsalltag mit beiden Berufen?
Sissi Closs:
Ich tue Dinge, die mich bereichern und habe dabei immer auf eine harmonische Vereinbarkeit von Privat- und Berufsleben Wert gelegt. Das gibt mir eine innere Zufriedenheit, sowohl privat, als auch als Unternehmerin und als Professorin. Ohne diese Vielseitigkeit hätte ich beispielsweise viele der tollen und interessanten Leute nie getroffen, mit denen ich heute zu tun habe. Dabei ist mir nicht nur die Karriere wichtig. Ich hätte es schade gefunden, auf Kinder zu verzichten. Mein Prinzip ist es, Dinge mit Begeisterung und Engagement zu tun, damit ich mit mir und meinem Tun zufrieden sein kann.

Und wie gehen Sie mit Stress um? Schließlich sind sie als Unternehmerin, Hochschulprofessorin und Mutter dreifach belastet.
Sissi Closs:
Manchmal möchte auch ich alles hinschmeißen. Es gibt Momente des Wahnsinns, wo Termine kollidieren oder sich ungeplante Sachen ergeben. Die Welt ist heute so dynamisch, teilweise türmt sich einfach alles. Allerdings bereichtert einen dann auch wieder das Erfolgserlebnis, wenn man alles geschafft hat. Im Ergebnis bin ich heute kräftiger als früher.

Wie haben Sie denn die Betreuung für Ihren Sohn organisiert, der heute 17 Jahre alt ist?
Sissi Closs:
Das, was es heute an staatlichen Möglichkeiten gibt, ist noch nicht optimal. Als mein Sohn klein war, gab es allerdings noch weniger. Wir haben damals eine private Elterninitiative für unter Dreijährige ins Leben gerufen, einen Raum organisiert und eine Erzieherin eingestellt. Unsere Kinder wurden da von zwei bis sechs Uhr betreut, das fanden wir besser als morgens die Hetze, vor der Arbeit in der Früh das Kind irgendwo abzugeben. Aber herkömmlich gab es meistens nur diese Öffnungszeiten von acht bis mittags und auch kein Mittagessen. Heute versuchen wir immer noch, unsere Mitarbeiterinnen individuell zu unterstützen. In München gibt es beispielsweise Pflegeomas, wenn jemand die in Anspruch nimmt, unterstützen wir das finanziell. In unserem Büro am Starnberger See haben wir auch heute noch eine Mitarbeiterin, die die dortigen Schulkinder betreut.

Zur Vita von Sissi Closs

Erstellt am: 11.05.2009


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