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Frauenheilkunde wird weiblicher

 

DGGG fordert bessere Rahmenbedingungen für Ärztinnen

 

Rund 72 Prozent der Mitglieder der Deutschen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe (DGGG) unter 40 Jahren sind Frauen - ein Zeichen, dass der Fachbereich zunehmend weiblicher wird. Das muss Konsequenzen für den Berufsalltag sowie die Aus- und Weiterbildung im Fach Frauenheilkunde haben, so Experten der Deutsche Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe (DGGG) auf einem Kongress im September 2009 in Berlin.

Immer mehr Frauen absolvieren die langjährige Weiterbildung zur Fachärztin für Frauenheilkunde. „Es muss nun verhindert werden, die hoch qualifizierten Frauen, zum Beispiel durch Gründung einer Familie, für das Fach zu verlieren“, forderte Dr. Rolf Kreienberg, Präsident der DGGG. „Das Berufsbild muss deshalb in vielen Teilen neu gestaltet werden. Wir brauchen veränderte Rahmenbedingungen, unter denen sich Familie und Karriere vereinbaren lassen.“ Als wichtige Punkte nannte er neue Arbeitszeitmodelle mit Jobsharing und eine moderne Dienstplangestaltung in Krankenhäusern und Praxen.


Kommission „Familie und Karriere“ nimmt Arbeit auf
Die DGGG hat eine Kommission „Familie und Karriere“ ins Leben gerufen, die sich mit dem zunehmenden Frauenanteil in der Frauenheilkunde und den Karrierechancen für Mütter beschäftigt. Hierbei wird auch dem Umstand Rechnung getragen, dass angesichts der hohen Quote an Fachärztinnen in den nächsten Jahren Frauen auch vermehrt in Leitungs- und Führungspositionen berufen werden sollen. Dazu müssen die derzeitigen Anforderungsprofile in Kliniken und Praxen auf die neue Situation in der Nachwuchsebene adjustiert werden.

„Fast 70 Prozent der Studierenden im ersten Semester Medizin sind heute Frauen, mehr als die Hälfte der Mitglieder in der DGGG sind Ärztinnen unter 40 Jahren in der Weiterbildung", sagt Dr. Kerstin Rhiem, Oberärztin an der Universitätsfrauenklinik Köln und Sprecherin des „Jungen Forums“ in der DGGG. Doch gehen im Verlauf der Aus- und Weiterbildung viele der Fachärztinnen „verloren“. So liegt der Frauenanteil in den Führungspositionen wie Chefärztinnen und Klinikdirektorinnen laut DGGG zurzeit unter fünf Prozent. Im wissenschaftlichen Bereich, also in Habilitation und Professur, sieht es ähnlich aus. Die Gründe für den „Ärztinnenschwund“ sind vielschichtig. Eines aber trifft wohl nach wie vor zu: „Frauen ziehen im Beruf ein befriedigendes Arbeitsumfeld und die Vereinbarkeit von Familie und Beruf einer Karriere mit einem hohen Einkommen vor“, erklärte Rhiem. „Frauen scheinen sich in einem Beruf mit hohem sozialen Engagement eher verwirklichen zu können als Männer“, so die junge Oberärztin.

Die Arbeitsrealität mit einer erheblichen Arbeitsverdichtung und der Absorption zeitlicher ärztlicher Ressourcen durch einen hohen Bürokratieaufwand sei gerade für Frauen, die mit viel Engagement den Beruf der Frauenärztin anstreben, ernüchternd. Laut Rhiem sei es für eine optimierte Facharztausbildung erforderlich, die Inhalte thematisch und zeitlich zu strukturieren, regelmäßig Weiterbildungsgespräche anzubieten und eine Freistellung für Fortbildungsmaßnahmen über das gesetzliche Mindestmaß hinaus zu ermöglichen. Eine Abflachung der hierarchischen Strukturen in den Kliniken könne beispielsweise auch dabei helfen, dass Führungsaufgaben vermehrt von Frauenärztinnen wahrgenommen würden.

Lösungsansätze für die Vereinbarkeit des Ärztinnenberufs mit der Familie bieten zum Beispiel Kliniken mit mehr Kinderbetreuungsplätzen, flexibleren Arbeitszeitmodellen, individuellen Vertragsgestaltungen zur persönlichen Karriereplanung von Frauen mit Kindern und klar strukturierten Arbeitsplätzen wie etwa in Spezialsprechstunden, die auch in Teilzeit gut durchzuführen sind.

Weitere Informationen:
Deutsche Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe e. V.

Erstellt am: 06.11.2009


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