Tritte ins Fettnäpfchen vermeiden
Die gebürtige Französin Myriam Ismail kümmert sich um „crosscultural awareness“
Wenn sich Unternehmen und Organisationen weltweite Märkte erschließen möchten und einen Standort in einem anderen Land planen, können sie die Hilfe der Potsdamerin Myriam Ismail in Anspruch nehmen: Sie unterstützt, wenn es darum geht, besser mit internationalen Partnern oder Mitarbeitern umzugehen.
Ihre Website zeigt einen Kompass, ihr Firmenname kombiniert die italienischen Wörter für „Welt“ und „ich“ („Mondo.Io“) und signalisiert damit, was Myriam Ismail mit ihrer Geschäftsidee anbietet: „Ich helfe Menschen dabei, sich in der Welt zurecht zu finden.“ Die 36-jährige Potsdamerin mit Wurzeln in Frankreich und Algerien ist Expertin für Fragen rund um interkulturelle Kommunikation und internationales Marketing.
Zwei Jahre mussten ihre bisherigen Geschäftspartnerinnen und -partner auf die Expertise von Myriam Ismail verzichten - sie hat sich nach der Geburt ihrer Tochter intensiv und mit großer Freude um das kleine Mädchen gekümmert. Nun erweitert Töchterchen Lilou ihren Radius und genießt die vielen neuen Herausforderungen im Kindergarten - und ihre Mama hat wieder die Zeit, sich der eigenen beruflichen Entwicklung zu widmen. Myriam Ismail knüpft zwar an ihre langjährige Berufserfahrung vor ihrer Elternzeit an und kann sich auf ein auch während der Babypause sorgfältig gepflegtes Netzwerk verlassen, gleichwohl freut sich die Freiberuflerin über eine finanzielle Förderung durch das Ministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit und Familie aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds und des Landes Brandenburg im Rahmen des Wettbewerbs „IDA -Ideen und Arbeit“.
Die finanzielle Unterstützung ermöglicht es ihr, eine Mitarbeiterin einzustellen, die ebenso wie ihre Chefin Erfahrungen in der globalisierten Arbeitswelt gesammelt hat. „Mondo.Io“ hilft Firmen, die im Ausland tätig werden wollen oder es bereits sind, dabei, Tritte in kulturelle Fettnäpfchen zu vermeiden. Unter dem Stichwort „inter- & crosscultural awareness“ bietet Myriam Ismail Seminare und Coachings an: „Multikulturelle Kontakte und Beziehungen haben große unternehmerische Bedeutung“, beschreibt die 36-Jährige ihren Ansatz. „Ihr Gelingen ist der Schlüssel für erfolgreiche Unternehmen und Organisationen. Doch die Umsetzung ist nicht immer einfach. Sprachkenntnisse allein reichen nicht mehr aus.“
Myriam Ismail, die sich selbst als „deutsch-französisch-algerischen Kulturmischmasch“ bezeichnet, kennt sich vor allem gut in der arabischen Mentalität aus, sie hat einen reichen Erfahrungsschatz mit der osteuropäischen sowie der asiatischen Kultur, an Asien mag sie insbesondere die japanische Art und Weise, an das Leben heranzugehen. „Die Japaner haben noch ein Kulturwertesystem, wo was dahinter steckt“, betont sie. Gleichwohl sieht sie sich global gut aufgestellt, wenn es darum geht, Unternehmen und Organisationen auf weltweite Märkte einzustellen oder einen Standort in einem anderen Land oder kulturellen Umfeld zu planen. „Wir geben Hilfestellung, wenn es darum geht, besser mit internationalen Partnern oder Mitarbeitern umzugehen“, umschreibt Myriam Ismail ihre Dienstleistung. „Wir sorgen dafür, dass Strategie und Struktur gut zusammenpassen.“
Dass die Wiederbelebung ihres beruflichen Engagements gerade in die Zeit der Wirtschaftskrise fallen würde, konnte die 36-Jährige nicht ahnen. Die Frage, ob Unternehmen es vielleicht in diesen wirtschaftlich angespannten Zeiten als Luxus empfinden, Geld für interkulturelles Coaching auszugeben, beantwortet Myriam Ismail lächelnd: „Die Wirtschaftskrise ist in den Köpfen präsent - das kann ich nicht ändern. Aber ich bin überzeugt davon, dass mein Geschäftsfeld in unserer globalisierten Welt eine Zukunft hat.“
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Erstellt am: 28.06.2009



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