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Mut zu neuen Wegen

 

Junge Frauen wählen aus einem stark eingeschränkten Berufsspektrum aus

 

Viele junge Frauen wählen trotz guter Noten und Schulabschlüssen noch zu häufig traditionell „weibliche“ Berufe. Die sind oft schlecht bezahlt und bieten wenige Aufstiegsmöglichkeiten. Den Schülerinnen fehlt es teils an Selbstvertrauen, teils an Rollenvorbildern - und manchmal auch an den nötigen Informationen, um sich für Berufe zu interessieren und zu motivieren, die eher dem anderen Geschlecht zugeschrieben werden. Dabei eröffnen sich gerade hier gute Zukunftsperspektiven für junge Frauen. Gerade in technischen und techniknahen Bereichen der Arbeitswelt fehlt aufgrund des demographischen Wandels zunehmend der qualifizierte Nachwuchs.

Spätestens wenn der Schulabschluss ins Haus steht, stellt sich jedes Mädchen die Frage: Was möchte ich einmal werden? Viele geben darauf ähnliche Antworten. Laut dem Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) entscheidet sich mehr als die Hälfte aller jungen Frauen in Deutschland Jahr für Jahr für nur zehn von fast 400 möglichen dualen Ausbildungsberufen. Frauen wählen mehrheitlich typische „Frauenberufe“ wie Bürokauffrau, Arzthelferin oder Friseurin, die generell schlechter bezahlt werden und weniger Aufstiegschancen eröffnen. Das hat eine Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) im Juni 2009 bestätigt. Die wenigen Führungspositionen in diesen Berufsfeldern sind zudem noch von Männern besetzt. Mädchen stellten Ende September 2008 laut BIBB insgesamt 42 Prozent der Jugendlichen, die einen Ausbildungsvertrag abschlossen. Bei den Technikberufen lag der Frauenanteil dagegen gerade einmal bei 26,8 Prozent. Lediglich 4,2 Prozent der weiblichen Azubis absolvierten eine Berufsausbildung im Elektrobereich und nur 2,7 Prozent in den Metallberufen.

Auch an den Hochschulen bessert sich die Lage nur langsam: Noch immer dominieren Frauen vor allem in den Sprach- und Kulturwissenschaften. In diesen Bereichen sind drei Viertel der Studierenden weiblich. In Mathematik und den Naturwissenschaften sind sie dagegen nach wie vor unterrepräsentiert. Zwar beträgt ihr Anteil hier zusammengenommen mittlerweile 40 Prozent, allerdings sind die meisten Studentinnen in den Fächern Mathematik und Biologie eingeschrieben - und studieren diese oft auf Lehramt. Bei den Ingenieurswissenschaften waren laut Statistischem Bundesamt im Studienjahr 2008/09 gerade einmal 22 Prozent der Studienanfängerinnen und Studienanfänger weiblich. Immerhin: Anfang der 90er-Jahre betrug ihr Anteil erst 16 Prozent. In den Fächern Informatik (17 Prozent Frauenanteil), Maschinenbau- und Verfahrenstechnik (19 Prozent) und Elektrotechnik (neun Prozent) sind Frauen jedoch weiterhin Exotinnen an den Hochschulen.

Dabei sind es gerade die MINT-Berufe, die besonders gute Zukunftsperspektiven bieten. MINT steht für Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik. In den betreffenden Branchen fehlten im Sommer 2009 bereits 144.000 Fachkräfte, so das Institut der deutschen Wirtschaft Köln. Weit mehr als 90 Prozent der Absolventinnen und Absolventen von MINT-Fächern nehmen direkt nach dem Studium eine Arbeit auf. Das hat die Studie „Berufseinmündung und Erwerbstätigkeit in den Ingenieur- und Naturwissenschaften“ des Hochschul-Informations-Systems (HIS) im Mai 2009 ergeben. Mädchen sind für diese Berufe sicher nicht schlechter geeignet als Jungs. Doch ihnen fehlt es oft an Selbstbewusstsein. Schülerinnen haben deutlich weniger Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten beim Umgang mit technischen Gegenständen und beim Lösen technischer Alltagsprobleme, wie das „Nachwuchsbarometer Technikwissenschaften“ der Deutschen Akademie der Technikwissenschaften acatech zeigt. Viele haben auch keine oder falsche Vorstellungen von den konkreten Berufsfeldern. Dabei sind die Zeiten, in denen Technikerinnen und Techniker in lauten, schmutzigen Fabrikhallen körperliche Schwerstarbeit verrichten mussten, weitgehend vorbei. Trotzdem halten sich solche Klischeevorstellungen hartnäckig.

Die Entscheidung für technische Berufe sollte nicht daran scheitern, dass Mädchen zu wenig Informationen über die Berufsfelder erhalten, ihr Interesse nicht geweckt oder ihre Fähigkeiten nicht gefördert werden. Obwohl Mädchen oftmals in den relevanten Schulfächern gute Noten haben, denken sie, dass sie einen naturwissenschaftlich-technischen Beruf nicht bewältigen können. Um Mut zu fassen, kann ihnen ein Besuch bei der Bundesagentur für Arbeit weiter helfen: In Berufsberatungsgesprächen und Eignungstests können sie herausfinden, ob sie sich für eine Karriere im MINT-Bereich eignen. Berufsberaterinnen und -berater wissen, dass eine positive Rückmeldung Schülerinnen motiviert und in ihrer Berufswahl bestärkt.

Zudem können interessierte Mädchen und Frauen auch „vor Ort“ Ermunterung erfahren. Viele Universitäten bieten Schnupperstudiengänge im MINT-Bereich an. Und auch Unternehmen kooperieren mittlerweile mit Schulen und öffnen ihre Türen für interessierte Schülerinnen - etwa am „Girls’ Day. Mädchen-Zukunftstag“. An jedem vierten Donnerstag im April, dieses Jahr am 22. April 2010, laden Unternehmen, Betriebe und Behörden, Hochschulen und Forschungszentren Schülerinnen ab der fünften Klasse zu einem Schnupperpraktikum ein. Nach solchen Möglichkeiten, in MINT-Berufe reinzuschnuppern, sollten Mädchen die Augen aufhalten, wie zum Beispiel auch der nationale Pakt „Komm mach MINT - Nationaler Pakt für Frauen in MINT-Berufen“. Der von der Bundesregierung geförderte Pakt zwischen Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Medien soll das Bild der MINT-Berufe in der Gesellschaft verändern, junge Frauen für naturwissenschaftliche und technische Studiengänge begeistern sowie Hochschulabsolventinnen für Karrieren in der Wirtschaft gewinnen. Tatsächlich existieren vielfältige und interessante Berufe, die es zu entdecken gilt - beispielsweise in der Umwelttechnik, der Biotechnologie oder der Energiebranche. Für junge Frauen gibt es zudem Angebote von der Bundesagentur für Arbeit beispielsweise, aber auch von regionalen Handwerkskammern, die ihnen dabei helfen, neue Wege zu gehen. Mädchen und junge Frauen, die im MINT-Bereich arbeiten möchten, sollten sich das auch zutrauen. Denn die Jobzufriedenheit ist letztlich umso größer, je mehr der Beruf ihren Begabungen und Fähigkeiten entspricht - und nicht überholten Rollenklischees.

Aber auch Jungen erhalten die Chance, für sie untypische Berufsbereiche zu erkunden. Das Servicebüro „Neue Wege für Jungs“ bietet Unterstützung bei der Planung und Durchführung von Aktivitäten zur Berufs- und Lebensplanung von Jungen, die zu einem Wandel im geschlechtsspezifischen Berufswahlverhalten beitragen sollen.


Mehr Informationen:
„Komm mach MINT - Nationaler Pakt für Frauen in MINT-Berufen“

„Girls’ Day - Mädchen-Zukunftstag“

„Neue Wege für Jungs“

Berufswahlverhalten laut Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB)

Ausbildungsberufe bei planet-beruf.de der Bundesagentur für Arbeit

Studiengänge beim Abi-Portal der Bundesagentur für Arbeit

Berufenet der Bundesagentur für Arbeit

Ausbildungsberufe beim Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie

Studienwahl.de

DIW-Studie „Berufswahl wichtig für Karrierechancen von Frauen und Männern“

DIW-Studie „Nach wie vor kaum Frauen in den Top-Gremien großer Unternehmen“

HIS-Projektbericht „Berufseinmündung und Erwerbstätigkeit in den Ingenieur- und Naturwissenschaften“

acatech-Nachwuchsbarometer

Erstellt am: 19.01.2010


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