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Junge Frauen sind trotz Krise selbstbewusst

 

Brigitte-Studie „Frauen auf dem Sprung. Das Update“ vorgestellt

 

Unbeeindruckt von der Wirtschaftskrise wollen junge Frauen beides: Karriere machen sowie Kinder bekommen. Der Wunsch, Job und Nachwuchs miteinander zu vereinbaren, ist ungebrochen. Das zeigt die repräsentative Studie „Frauen auf dem Sprung“ der Zeitschrift „Brigitte“.

Die Brigitte-Studie „Frauen auf dem Sprung. Das Update“ wurde vom Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung (WZB) in Zusammenarbeit mit dem „infas“ Institut für angewandte Sozialwissenschaft fortgesetzt. Bereits 2007 wurden für die repräsentative Untersuchung insgesamt 1.020 Frauen zwischen 17 und 19 bzw. 27 und 29 Jahren persönlich interviewt. 18 Monate später nun das Update. Dieselben Frauen wurden jetzt noch einmal befragt, um festzustellen, ob sich ihre Einstellungen geändert haben.

„Eine Orientierung zurück zu einem traditionelleren Familienbild ist nicht festzustellen“, sagte Studienleiterin Prof. Jutta Allmendinger vom WZB bei der Vorstellung der Studie in Berlin. Die Frauen seien vielmehr noch kompromissloser geworden, was ihre Lebensplanung angehe - obwohl etwa ein Drittel von ihnen den Eindruck hat, dass die Vereinbarkeit von Familie und Beruf in den vergangenen eineinhalb Jahren nicht einfacher geworden ist.

Partner spielt bei der Lebensplanung immer kleinere Rolle
Die Studie macht außerdem deutlich, dass der Partner bei der Lebensplanung der Frauen eine immer kleinere Rolle spielt. So sank die Bereitschaft, für den Lebensgefährten den Job aufzugeben, seit der letzten Befragung von zwanzig auf neun Prozent. Wegen ihres Partners auf Kinder verzichten würden hingegen nur noch acht Prozent. Im Jahre 2007 waren das noch 16 Prozent. Jede zehnte Frau würde aufgrund ihrer Arbeit auf Kinder verzichten.

Wenn Frauen also feststellten, dass sich Karriere und Kind mit einem Partner nicht verwirklichen ließen, verließen sie eher den Partner, als ihren Job aufzugeben, so die Schlussfolgerung der Soziologin Prof. Jutta Allmendinger. Demzufolge überrascht es auch nicht, dass der Umfrage zufolge 37 Prozent der Frauen „Zeit für die Familie“ von einem Lebensgefährten verlangen. Jutta Allmendinger riet den Männern deshalb dazu, Elternzeit in Anspruch zu nehmen - um ihre Partnerinnen zu unterstützen.

Auch Unternehmen sind gefordert
Den Unternehmen empfahl sie, intensiv über die Angleichung der Löhne von Männern und Frauen nachzudenken. Denn nach dem Ergebnis der Umfrage sind lediglich 46 Prozent der Frauen der Meinung, dass sie ein ihrer Arbeit angemessenes Einkommen beziehen (2007: 57 Prozent). 87 Prozent der befragten sind der festen Überzeugung, dass Männer schneller befördert werden als Frauen (2007: 83 Prozent).

Um die Vereinbarkeit von Nachwuchs und Beruf zu verbessern, sollten die Firmen aus Allmendingers Sicht darüber hinaus auch ein Phänomen beseitigen, das sie unter dem Begriff „Semi-Permeabilität“ zusammenfasst und wie folgt beschreibt: „Es wird zwar erwartet, dass Arbeit mit nach Hause genommen wird, aber wenn etwas von zu Hause in die Arbeit mitgenommen wird, ist das weniger erwünscht.“

Weitere Informationen:
Studie „Frauen auf dem Sprung“ auf brigitte.de

Erstellt am: 10.09.2009


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