Ostdeutsche Frauen profitieren von der Krise
Frauen sind im Osten Deutschlands stärker in den Arbeitsmarkt eingebunden als im Westen
Ostdeutsche Frauen sind die Gewinnerinnen der aktuellen Wirtschaftskrise. Das ergab eine Studie der Agentur PME Familienservice im Auftrag des Bundesministeriums für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung. Die Frauen im Osten profitieren demnach von ihrer guten Ausbildung und hohen Mobilität - und ihrer historischen Erfahrung.
Die Arbeitslosenquote von ostdeutschen Frauen ist im März 2009 im Vergleich zum Vorjahresmonat um 8,7 Prozent gesunken. Demgegenüber verzeichnet die Bundesagentur für Arbeit im gleichen Zeitraum im Westen einen Anstieg der Quote arbeitsloser Männer um mehr als 12,1 Prozent. „Die Frauen im Osten werden nicht vom Arbeitsmarkt gefegt, der Verlierer der Krise ist der westdeutsche Mann“, sagen die Autorinnen der Studie, Uta Bauer und Susanne Dähner. Als Grund nennen sie die überwiegende Beschäftigung von Frauen im weniger konjunkturanfälligen Dienstleistungssektor. Insgesamt hätten die fünf neuen Bundesländer in der Krise einen konjunkturellen Vorteil, weil die dortige Wirtschaft kleinteiliger und dadurch flexibler sei.
Frauen sind im Osten Deutschlands deutlich stärker und selbstverständlicher in den Arbeitsmarkt eingebunden als im Westen. Der Frauenanteil in den Chefetagen der Unternehmen ist mit 30 Prozent in der obersten Führungsebene höher als in den alten Bundesländern mit 24 Prozent. Auf der zweiten Führungsebene ist der Abstand mit 44 zu 34 Prozent sogar noch deutlicher. Und auch die Lohngerechtigkeit ist im Osten stärker ausgeprägt: Der Lohnunterschied zwischen den Geschlechtern beträgt im Osten 6 Prozent. Im Westen verdienen Frauen dagegen durchschnittlich 24 Prozent weniger Gehalt als die Männer.
Die größere Selbstverständlichkeit erwerbstätiger Frauen in Ostdeutschland spiegelt sich auch in ihrer Wertschätzung wieder. Ostdeutsche trauen Frauen eher zu, die Krise zu meistern. In einer Umfrage von infratest dimap erklärten 60 Prozent der Befragten im Osten Frauen seien die besseren Krisenmanager (von den Männern glaubten das nur 15 Prozent). Als großen Vorteil der ostdeutschen Frauen nennt die Studie auch die Wendeerfahrung. So reagierten Ostdeutsche mehrheitlich gelassen auf die gegenwärtige Krise, weil sie bereits den Zusammenbruch des sozialistischen Gesellschafts- und Wirtschaftssystems mitgemacht hätten und oftmals ihren Beruf oder Abreitgeber wechseln mussten. Vor allem weibliche Führungskräfte im Osten sähen die Krise deshalb „eher als sportliche Herausforderung und weniger als Bedrohung“.
Die Studie wurde von der Agentur PME Familienservice im Auftrag des für den Aufbau Ost zuständigen Bundesverkehrsministeriums erstellt und im Juni 2009 auf der Tagung „Frauen machen Neue Länder - Stark durch die Krise“ in Leipzig der Öffentlichkeit vorgestellt.
Weitere Informationen zur Studie finden Sie auf der Webseite der Tagung „Frauen machen Neue Länder - Stark durch die Krise“: www.frauenmachenneuelaender.de.
Erstellt am: 05.08.2009



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