Elterngeldbericht vorgelegt
Bundesfamilienministerium: Fast alle Eltern profitieren vom Elterngeld
„Das Elterngeld hat alle unsere Erwartungen erfüllt“, so Bundesfamilienministerin Ursula von der Leyen Ende Oktober zum Elterngeldbericht. Es erreiche wesentlich mehr Eltern als früher das Erziehungsgeld und 90 Prozent der Eltern seien damit zufrieden, ergab die Evaluation des Rheinisch-Westfälischen Instituts für Wirtschaftsforschung.
Nahezu alle Eltern profitieren der Untersuchung zufolge heute vom Elterngeld, beim Erziehungsgeld waren es nur 77 Prozent. Das liege vor allem darin begründet, dass das Elterngeld auch von solchen Paaren in Anspruch genommen werden könne, die kein Erziehungsgeld bekamen, weil ihr Einkommen zu hoch gewesen sei. Wie die Evaluation zeigt, hilft das Elterngeld vor allem Familien mit kleinen und mittleren Einkommen: 51,1 Prozent bekommen zwischen 301 und 999 Euro, nur 3,5 Prozent erhalten den Höchstsatz von 1.800 Euro. Zusammen mit dem Kindergeld verfügten 50 Prozent der Familien durch das Elterngeld über ein stabiles oder sogar ein höheres Einkommen als vor der Geburt des Kindes, so die Untersuchung. Und das Elterngeld reduziere im Vergleich zum Erziehungsgeld Armut: Die Zahl derjenigen, die zusätzlich Arbeitslosengeld II beziehen, sank im Vergleich zu den Erziehungsgeldbezieherinnen und -beziehern um etwa 33.500.
Ausgewählte weitere Ergebnisse des Berichts:
Rückkehr in den Beruf
Fast jede zweite Mutter - genau: 43 Prozent - gab an, bereits weniger als anderthalb Jahre nach der Geburt des Kindes wieder erwerbstätig zu sein. Von der Gruppe der Mütter, die vor der Geburt erwerbstätig waren, arbeiten ein Jahr nach der Geburt des Kindes bereits 52 Prozent. Die meisten Mütter kehren in Teilzeit in den Beruf zurück.
Steigende Beteiligung der Väter
Die Ergebnisse der Elterngeldevaluation belegen auch einen deutlichen Anstieg der Väterbeteiligung seit Einführung des Elterngeldes. Der Anteil der Väter an den bewilligten Elterngeldanträgen beträgt für den Zeitraum Januar 2007 bis Juni 2008 fast 14 Prozent - das Erziehungsgeld wurde von lediglich 3,5 Prozent der Väter in Anspruch genommen. Die Wahrscheinlichkeit, dass Väter in Elternzeit gehen, ist besonders hoch, wenn die Eltern keine älteren Kinder haben, die Mutter im Jahr vor der Geburt erwerbstätig war und der Vater einen hohen Bildungsabschluss hat sowie älter als 30 Jahre alt ist. Allerdings nehmen zwei Drittel dieser Väter nur die zwei Partnermonate, die ansonsten verfallen würden.
Zustimmung in den Unternehmen
Mittlerweile halten 80 Prozent der Führungskräfte das Elterngeld für „eine gute Regelung“ und etwa zwei Drittel sehen eine Reduzierung oder Unterbrechung der Berufstätigkeit von Vätern als „nicht problematisch“.
Steigende Geburtenzahl
Laut Bericht ist das Elterngeld auch eine wichtige Ursache für gestiegene Kinderwünsche und mehr Geburten. Im vergangenen Jahr haben die Geburtszahlen das erste Mal seit zehn Jahren wieder zugenommen: 2007 wurden 12.000 Kinder mehr geboren als 2006. Dieser Trend hat sich 2008 sogar noch verstärkt. Vor allem Frauen zwischen 33 und 37 Jahren bekommen mehr Kinder. Dies deute darauf hin, so heißt es, dass sich die Perspektiven für diese Frauen, die schon mitten im Berufsleben stehen, verbessern.
Weitere Informationen:
BMFSFJ: Das Elterngeld
Elterngeldbericht 2008 (pdf, 1,2 MB)
Erstellt am: 12.12.2008



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