"Frau der deutlichen Worte"
Charlotte Knobloch ist neue Präsidentin des Zentralrats der Juden
An der Spitze des Zentralrats der Juden in Deutschland steht erstmals eine Frau: Charlotte Knobloch wurde am 7. Juni 2006 zur neuen Präsidentin gewählt. Sie tritt die Nachfolge des verstorbenen Paul Spiegel an. Ihre Biografie als Überlebende der Nazi-Herrschaft hat aus Charlotte Knobloch eine Frau der klaren Worte gemacht.
Nach ihrer Wahl kündigte Charlotte Knobloch an, dass "die Förderung der Integration der Zuwanderer aus den Ländern der ehemaligen Sowjetunion und der Kampf gegen wachsenden Antisemitismus, Rechtsextremismus und Fremdenfeindlichkeit" Schwerpunkte ihrer Arbeit würden.
Seit Jahren ist die 73-Jährige eine der führenden Figuren im jüdischen Leben in Deutschland und genießt hohes Ansehen und großen Respekt. Knobloch ist auch Vize-Präsidentin des Jüdischen Weltkongresses, Vize-Präsidentin des Europäisch Jüdischen Kongresses und langjährige Präsidentin der Israelitischen Kultusgemeinde München und Oberbayern. Seit 1997 war sie bereits Vizepräsidentin im Zentralrat der Juden.
In ihren Ämtern warnt Knobloch unablässig und deutlich vor den Gefahren des Rechtsextremismus und eines neuen Antisemitismus. Die "Jüdische Allgemeine Wochenzeitung" bezeichnete sie einmal als eine "Frau der deutlichen Worte". Besonderes Ansehen erwarb sie sich mit ihrem Einsatz für den Bau eines Jüdischen Zentrums mit Synagoge, Gemeindehaus und Museum in der Münchner Innenstadt. Am 9. November dieses Jahres, am 68. Jahrestag der Pogromnacht der Nationalsozialisten, soll die Synagoge eröffnet werden.
Charlotte Knobloch gehört noch zur Generation der Holocaust-Überlebenden. Ihre Großmutter starb im Vernichtungslager Auschwitz. Sie selbst überstand die Nazi-Herrschaft versteckt auf einem bayerischen Bauernhof.
Weitere Informationen: www.zentralratdjuden.de
Erstellt am: 06.07.2006



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