"Potenzial der Wissenschaftlerinnen nutzen"
EU-Kommission geht der Frage nach, wie man mehr Forscherinnen gewinnen kann
Unternehmen, die sich konsequent um die Gleichstellung von Mann und Frau kümmern, verbessern häufig ihre wirtschaftliche Erfolgsbilanz. Dies ist eines der zentralen Ergebnisse eines Berichts über Frauen in Wissenschaft und Technik (Women in Science and Technology, WiST), den die Europäische Kommission vorstellte.
Wie gewinnt man mehr Forscherinnen für die Industrie? Dieser Frage ging die WiST-Gruppe zwölf Monate lang nach, indem sie sich bei internationalen Firmen erkundigte, wie mit den unterschiedlichen Geschlechterrollen am Arbeitsplatz umgegangen wird. In ihrem Abschlussbericht gibt die Gruppe Empfehlungen dazu ab, wie Diversity in das Forschungsmanagement der Industrie Eingang finden kann, und schlägt Strategien zur Erhöhung des Frauenanteils in der Forschung von Unternehmen vor. Zu den Strategien gehört, so die Forscherinnen und Forscher, dass Unternehmen sich konsequent um die Gleichstellung von Mann und Frau in leitenden Positionen kümmern – und zwar nicht aus moralischen Gründen, sondern aus analytischen Gründen. Gender Diversity muss Teil der Unternehmensstrategie werden, darf nicht halbherzig als Punkt am Rande mitlaufen. Die Firmenleitung muss sich klar das Ziel setzen, Frauen zu fördern.
Während die Beteiligung von Frauen an der Forschung in der EU generell ziemlich niedrig ist, sind Frauen im privaten Sektor (18 Prozent) noch weniger als im öffentlichen Sektor repräsentiert (35 Prozent). Dem steht entgegen, dass es immer mehr Universitätsabsolventinnen gibt.
Janez Potočnik, zuständiges Mitglied für Wissenschaft und Forschung der Kommission, erklärte: "Wenn Europa ein Wissenschaftsstandort auf höchstem internationalen Niveau werden soll, müssen wir das Potenzial unserer Wissenschaftlerinnen besser nutzen. Die Industrie braucht sie, unsere Bildungseinrichtungen brauchen sie, und unsere politischen Entscheidungsträger brauchen sie. Wenn wir kein gerechteres System schaffen, in dem sich alle in gleicher Weise beteiligen können, lassen wir einen riesigen Pool an Talenten und Potenzial brachliegen, auf den zu verzichten wir uns nicht leisten können."
Parallel zu dem Bericht zeigen die jüngsten Zahlen der Europäischen Kommission zu Frauen in Wissenschaft und Technik "She Figures 2006", dass die Zahl der Forscherinnen an Universitäten und Unternehmen steigt. "She Figures 2006" ist ein praktisches Nachschlagewerk, das einen umfassenden Überblick über die Beteiligung von Frauen an der Wissenschaft bietet. Wenngleich sich überall ein positiver Wandel vollzieht, gehen die Fortschritte nach wie vor langsam voran. Überdies ist festzustellen, dass die Frauenbeteiligung zwar steigt, dies sich jedoch nicht in einer größeren Beteiligung auf höheren Ebenen niederschlägt, da nur elf Prozent der Frauen in den Naturwissenschaften und sechs Prozent der Frauen in den Ingenieurswissenschaften Führungspositionen einnehmen.
Zur Studie
Science and Society portal der EU
Erstellt am: 23.05.2006



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