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Studie: Negative Einflüsse der Globalisierung

 

Bamberger Studie analysiert Lebensverläufe im Globalisierungsprozess: Rückzug auf die Familie oder Patchworkkarrieren

 

„Die Globalisierung wälzt ihre Unsicherheiten auf die Frauen ab.“ Zu diesem Ergebnis kommt die internationale Studie unter der Leitung des Bamberger Soziologieprofessors Hans-Peter Blossfeld „Globalife: Lebensverläufe im Globalisierungsprozess – Veränderungen im Bildungs-, Beschäftigungs- und Familiensystem moderner Gesellschaften“.

Die Globalisierung hat große Auswirkungen vor allem auf die Erwerbsbiografien von Frauen. „Den Job suchenden Zweitverdienerinnen fliegt ein bunter Strauß kleiner Chancen zu, den Alleinverdienerinnen dagegen erschweren offene Arbeitsmärkte das Leben – und besonders den Müttern.“, so Professor Hans-Peter Blossfeld bei der Veröffentlichung der Studie Anfang Juli 2006. Sein Forschungsteam untersuchte Lebensverläufe im Globalisierungsprozess.

In der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts haben sie auf dem europäischen Arbeitsmarkt bereits gewonnenen Boden wieder verloren, so die Studie. Dies nehme Einfluss auf die weiblichen Lebensläufe: „Die einen ziehen sich wieder auf die Familie zurück, die anderen versuchen sich mit Patchworkkarrieren durchzuschlagen“, erläutert der Bamberger Forscher.

In Deutschland trifft laut der Studie die neue Unsicherheit des Arbeitsmarktes hochqualifizierte Frauen am empfindlichsten. Junge Frauen „müssen sich zunehmend mit befristeten Arbeitsverträgen, phasenweise niedrigem Verdienst oder qualitativ schlechter Arbeit anfreunden“, fasste Blossfeld ein wesentliches Ergebnis seiner Untersuchungen zusammen. Das wirke sich auf die gesamte Lebensgestaltung aus. „Wer nicht weiß, ob er nächstes Jahr Arbeit hat, schiebt die Familiengründung auf.“ Die geringe Geburtenrate in Deutschland hängt laut Blossfeld unter anderem mit der wirtschaftlichen Unsicherheit zusammen. Die Politik müsse stärker dafür sorgen, dass Familie und Beruf vereinbar seien, sagte der Soziologe. Die Einführung des Elterngeldes sei ein Schritt in die richtige Richtung.

Fast 50 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler führten in 18 Ländern Europas und Nordamerika repräsentative Umfragen durch.

Weitere Informationen des Informationsdienst Wissenschaft

Erstellt am: 22.08.2006


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