Mehr Frauen in EU-Spitzenpositionen
Kampagne: Gleichberechtigte Vertretung von Frauen und Männern in EU-Gremien
2009 finden die Wahlen für das Europäische Parlament statt, die Ämter der Europäischen Kommission werden neu besetzt und beide Institutionen erhalten neue Vorsitzende. Die European Women’s Lobby (EWL) wirbt deshalb mit der Kampagne "50/50" für mehr Frauen in den EU-Spitzenpositionen.
„Keine moderne europäische Demokratie ohne die Gleichstellung von Männern und Frauen“ lautet das Motto der Kampagne, mit der sich die EWL für eine gerechtere Repräsentation von Frauen in den Spitzenpositionen der europäischen Politik einsetzt und die auch von Bundesfamilienministerin Ursula von der Leyen unterstützt wird: "Seit 1918 sind Frauen in Deutschland aufgefordert, ihre Stimme in politischen Wahlen abzugeben sowie in politische Funktionen und Ämter gewählt zu werden." Auf allen Ebenden - von der Kommunalwahl bis zur Wahl zum europäischen Parlament - seien Frauen gefragt, um politsche Entscheidungen mitzugestalten. "Demokratie wird lebendig, wenn Menschen für das einstehen, was sie wirklich betrifft", so von der Leyen.
Ziel der Kapmapgne ist es laut EWL, eine ausgewogenere Vertretung von Frauen und Männern in allen Entscheidungsprozessen der Europäischen Union zu erreichen. Die EWL hat alle Parteien auf nationaler oder europäischer Ebene aufgefordert, bei der Zusammenstellung ihrer Kandidatenlisten und Wahlprogramme für die Europawahl die Ausgeglichenheit zwischen Kandidatinnen und Kandidaten zu fördern.
Im Europäischen Parlament sind derzeit nur 242 der 776 Abgeordneten weiblich (31 Prozent). Dabei unterscheidet sich der Frauenanteil je nach Mitgliedsstaat erheblich: Während 58 Prozent der schwedischen Europaabgeordneten weiblich sind, liegt der Frauenanteil bei den britischen, lettischen, tschechischen, italienischen und polnischen Abgeordneten unter 25 Prozent. Aus Zypern und Malta wurden für die aktuelle Legislaturperiode gar keine Frauen ins Europäische Parlament entsandt. Dies zu ändern liege nicht nur in den Händen der Parteien, sondern auch in denen der Bürgerinnen und Bürger, so die EWL. Deshalb richtet sie ihre Aufforderung auch an die Wählerinnen und Wähler, die durch ihre Stimmabgabe den Frauenanteil im Europäischen Parlament beeinflussen könnten.
Innerhalb der Europäischen Kommission ist das Verhältnis von weiblichen und männlichen Mitgliedern ähnlich: Lediglich neun der 27 Kommissionsmitglieder sind Frauen, was genau einem Drittel entspricht. Die EWL fordert die Mitgliedstaaten auch dazu auf, bei der Besetzung der Kommissionsämter 2009 auf eine gerechtere Verteilung zwischen Frauen und Männern zu achten. Unterstützt wird die Kampagne unter anderem von der Kommissionsvizepräsidentin Margot Wallström sowie der früheren Präsidentin der Republik Irland und ehemaligen Hochkommissarin für Menschenrechte der Vereinten Nationen, Mary Robinson.
Die seit 1990 bestehende European Women’s Lobby vereint als europäischer Frauendachverband mehr als 4.000 nichtstaatliche Organisationen aus 28 Staaten. Sie versteht sich als Koordinatorin der europäischen Aktivitäten und Zusammenarbeit ihrer Mitglieder. Vorrangiges Ziel ist es, die Gleichstellung von Männern und Frauen in der EU in allen Bereichen und auf allen Ebenen voranzutreiben.
Weitere Informationen:
www.womenlobby.org
www.5050democracy.eu
Kampagneninformation auf deutsch (pdf, 174 KB)
Erstellt am: 06.11.2008



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