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„Sie ist außergewöhnlich“

 

Rachida Dati ist die erste Ministerin Frankreichs mit nordafrikanischen Wurzeln

 

Mit elf Geschwistern wuchs Rachida Dati in einer Sozialsiedlung in Chalon-sur-Saône, einer Stadt im französischen Burgund, auf. Ihre Eltern stammen aus dem Maghreb. Als Rachida Dati im Frühjahr 2007 zur französischen Justizministerin ernannt wurde, war das eine kleine Sensation.

Rachida Dati, 1965 in Frankreich geboren, ist das zweitälteste von zwölf Kindern. Ihre algerische Mutter arbeitete als Putzfrau, der marokkanische Vater als Bauarbeiter. Sie schickten ihre Tochter nicht in die nächstbeste Schule, sondern in eine renommierte katholische Mädchenschule. Als junges Mädchen verdiente sich Rachida Dati ihr Taschengeld mit dem Verkauf von Kosmetikartikeln an der Tür, jobbte in einem Supermarkt und als Nachtschwester im Krankenhaus. Zur Finanzierung ihres rechts- und wirtschaftswissenschaftlichen Studiums arbeitete sie als Buchhalterin in einem großen Unternehmen.

Sie lernte früh, wie wichtig Netzwerke für die Karriere sind, und war Gründungsmitglied des „Club XXIe siècle“, der die Interessen von Migrantenkindern vertritt. Außerdem ist sie Mitglied im erlesenen Pariser Debattierklub „Le siècle“ und im „Institut Montaigne“, einem französischen Thinktank. Die ehemalige französische Gesundheits- und Sozialministerin Simone Veil sagte über Rachida Dati: „So eine habe ich noch nie erlebt, sie ist außergewöhnlich“. Auf Anraten und mit Unterstützung von Simone Veil ging Dati an die Nationale Hochschule für das Richteramt und ließ sich von 1997 bis 1999 zur Richterin ausbilden. Anschließend arbeitete sie bei der Staatsanwaltschaft in Evry, südlich von Paris, bis sie sich 2002 beim damaligen französischen Innenminister und heutigen Präsidenten Nicholas Sarkozy bewarb. Er holte sie als Beraterin für Einwanderungsfragen in sein Büro. 2006 trat Dati seiner Partei UMP bei und war im Präsidentschaftswahlkampf eine seiner Pressesprecherinnen.

Nach Sarkozys Wahlsieg im Mai 2007 wurde Rachida Dati als Justizministerin Mitglied der Regierung. Als eine ihrer ersten Amtshandlungen ordnete sie an, in den Staatsanwaltschaften Abteilungen zu schaffen, die rassistische Diskriminierung verfolgen. In einem Interview stellte sie einmal klar: „Mein Leben ist kein Roman. Je mehr man es romantisiert, umso mehr versucht man meine Legitimation zu schmälern. Ich habe gearbeitet, das ist alles.“

Erstellt am: 11.09.2007


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