1. Wer hat Ihre Karriere gemacht?
Mir war es immer wichtig, mich weiterzuentwickeln, offen zu sein für neue Aufgaben und Herausforderungen. Das geht nur mit überdurchschnittlichem Engagement, Durchhaltevermögen und natürlich viel Spaß an der Arbeit. Geholfen hat mir auch, dass ich Förderer hatte. Schon meine Eltern haben mich immer bestärkt, indem sie mir zum Beispiel schon früh Auslandsaufenthalte ermöglicht haben. Im späteren Berufsleben gab es Menschen, die mein Potential erkannt und mich unterstützt haben. Überzeugt habe ich sie aber durch gute Ergebnisse und herausragende Leistungen.Zum Beispiel fällt mir da mein erster Chef, der damalige Leiter der Société Générale in Frankfurt ein. Als ich mit ihm damals, am Anfang der 90-er Jahre darüber sprach, dass ich gerne als Firmenkundenbetreuerin für große Mittelständische und Multinationale Unternehmen in seinem Team arbeiten wolle, hat er mir die Chance dazu gegeben, obwohl damals eine weibliche Firmenkundenbetreuerin mehr oder weniger ein Novum bei der Bank in Frankfurt war. Auch sagte er mir, dass das wohl nicht einfach werden würde für mich in diesem eher konservativen Umfeld. Ich habe die Entscheidung für diesen Job nie bereut und ich weiß, er auch nicht.
2. Frauen machen Karriere, weil...
Nicht weil, sondern wenn….
... sie ihre berufliche Situation genau anschauen und überlegen, an welchen Stellen sie persönlich etwas verändern können. Ein Gespräch mit einem Unbeteiligten oder die Teilnahme an einem Mentoring kann hier weiterhelfen. Wenn man sich über seine Ziele im Klaren ist, empfehle ich ein persönliches Gespräch mit dem Vorgesetzten.
…sie Netzwerke nutzen, denn viele Jobchancen ergeben sich aus persönlichen Kontakten. Männer sind in der Regel deutlich stärker vernetzt, so dass Frauen hier noch Nachholbedarf haben.
... sie sich auf Veränderungen einstellen und neuen Themen gegenüber stets offen sind.
... sie besser ausgebildet sind und sich selbstbewusster zeigen, wenn es um die Vergabe von Führungspositionen geht.
… sie ihre Leistung selbstbewusster nach außen vertreten und mehr Selbstmarketing betreiben.
… sie kämpferischer werden, wenn es um das Erreichen ihrer persönlichen Ziele geht.
3. In fünf Jahren sind Sie ...
.. . weiterhin neugierig und offen für neue Herausforderungen. Gerade bin ich zum Finanzvorstand der polnischen BRE Bank, einer Commerzbank-Tochter, berufen worden. In dieser Position im osteuropäischen Wachstumsmarkt tätig zu sein, ist spannend und anspruchsvoll. Besonders reizt mich daran das internationale Umfeld und die Aussicht, mit einem motivierten Team etwas gestalten zu können. Was ich in fünf Jahren machen werde, weiß ich heute noch nicht. Mein Engagement und mein Spaß an neuen Aufgaben werden aber sicher bleiben.
Erstellt am: 11.11.2008



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